Weltwirtschaftssystem

Einleitung

wie funktioniert das Weltwirtschaftssystem heute zwischen Entwickelten Ländern "im eigenen
Interesse und zum eigenen Vorteil" und Entwicklungsländern sowie Schwellenländern!

  • Fischereiabkommen zwischen der EU und den Westafrikanischen Länder: Von der
    gesamten Wertschöpfung dieses "Deals" bleiben heute 95% in der EU und 5% zum Beispiel
    im mauretanischen Wirtschaftsraum.
  • Sportschuhe und handbestickte Seidenkleider aus den Schwellenländern: Von der
    gesamten Wertschöpfung bleiben ca. 80% im Wirtschaftsraum Europa/USA und ca. 20% im
    Wirtschaftsraum der Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien.
  • Produktions- und Exportsubventionen: Es werden über EUR 345 Milliarden/Jahr für die
    Agrarwirtschaft in den USA/Europa ausgegeben. Durch diese Subventionen werden die
    Menschen in Afrika und anderen Entwicklungsländern daran gehindert, sogar ihren eigenen
    Bedarf an Lebensmitteln selbst zu produzieren.

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Kurzfassung

Kurzfassung

Der Hauptgrund für die heutige Finanz- und Wirtschaftskrise in der globalisierten Welt, die aktuell ansteigende Arbeitslosigkeit in der Industrieländern, die Misere in den Entwicklungsländern sowie die Armut auf der Erde liegt meiner Meinung nach in der angewandten Lehre von Adam Smith begründet. 1760 formuliert, dient diese als Grundlage des Weltwirtschaftssystems, wodurch die Menschen für mich unverständlich  regelrecht animiert werden, im eigenen Interesse und zum eigenen Vorteil zu handeln. 

Als Beispiele werden gezeigt, welche wirtschaftlichen Ziele die damaligen mächtigen Kräfte in Großbritannien "im eigenen Interesse und zum eigenen Vorteil" mit dem Einsatz des Weltwirtschaftssystem von Adam Smith, Kriege, Gewalt und Imperialismus, Ausbeutung etc. in Indien und China erreicht haben.

Der Welthandelsanteil Indiens reduzierte sich von 22,6% um 1700 auf 3,8% im Jahre 1952. China hatte ähnliche Rückschläge im Welthandel wie Indien. Dadurch wurden Indien und China Entwicklungsländer. Die Realität zeigt, dass diese historische Fakten 2,5 Milliarden Menschen heute (also ca. 40% der Menschheit) um Jahrhunderte zurückversetzt hat.

Lesen Sie bitte weiter, wie unser Weltwirtschaftssystem heute zwischen Entwickelten Ländern "im eigenen Interesse und zum eigenen Vorteil" und Entwicklungsländern sowie Schwellenländern funktioniert!  

Fischereiabkommen zwischen der EU und den Westafrikanischen Ländern: Die EU macht mit den Staaten der Westküste Afrikas Fischereiabkommen. Dafür bezahlt die EU z.B. an Mauretanien 86 Mio. Euro/Jahr. Der Verkaufswert dieser Fische aus Mauretanien beträgt 1,75 Milliarden Euro/Jahr. Mit anderen Worten: Von der gesamten Wertschöpfung dieses "Deals" bleiben heute 95% in der EU und 5% im mauretanischen Wirtschaftsraum. Seit die großen EU-Trawler dort fischen, sind die afrikanischen Fischer im Laufe der Zeit arbeitslos geworden. Jahr für Jahr versuchen immer mehr junge Menschen in meist untauglichen Booten von der Westküste Afrikas die europäischen Küsten zu erreichen. Dabei weiß niemand genau, wie viele Menschen ihr Leben auf See gelassen haben. Die Zahl geht in die Tausende.

Sportschuhe und handbestickte Seidenkleider aus den Schwellenländern: Diese Produkte werden in Schwellenländern produziert und nach Europa/USA exportiert. Von der gesamten Wertschöpfung bleiben ca. 80% im Wirtschaftsraum Europa/USA und ca. 20% im Wirtschaftsraum der Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien.

Produktions- und Exportsubventionen von über EUR 345 Milliarden/Jahr für die Agrarwirtschaft in den USA/Europa: Diese subventionierten Agrarprodukte aus den USA und Europa werden in Afrika und in anderen Entwicklungsländern günstiger angeboten als die eigene Produktion. Damit werden die Menschen in Afrika und anderen Entwicklungsländern durch diese Subventionen der Industriestaaten daran gehindert, sogar ihren eigenen Bedarf an Lebensmitteln selbst zu produzieren.

Unter diesem Weltwirtschaftssystem gibt es weltweit eine kleine Gruppe von Menschen mit unglaublichen Einkommenshöhen und Vermögen. Die Schere zwischen Arm und Reich wächst mit all den Gefahren, die sie mit sich bringt und die wir aus der Weltgeschichte kennen. 

Falls trotz unseres heutigen Wissens, unserer Technologie und unserer Entwicklungsmöglichkeiten den herkömmlichen Weg der Kriege, Gewalt und  Ausbeutung von anderen Menschen beibehalten werden sollten, wird dies meiner Meinung nach die Menschheit mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in Richtung Verfall führen.

Lesen Sie bitte in den Links "Netzwerk aller Existenzformen" und "Funktionskraft" wie alle Existenzformen (Menschen, Tiere, Pflanzen usw.) in komplexen Netzwerken miteinander verbunden sind und in Abhängigkeit voneinander existieren. Für die eigene positive Entwicklung können Sie die Links "Eigenschaften - Entstehung von Werten" sowie "Menschliche Entwicklung" lesen.

Um zu erfahren, wie Sie als wissentlicher oder unwissentlicher Nutznießer der oben beschriebenen Ausbeutung - trotz der vorherrschenden Formen des Weltwirtschaftssystems und der Globalisierung/Neokolonialismus -  helfen können, die Armut in den Entwicklungsländern sowie Schwellenländern zu mindern, lesen Sie bitte den Link "Meine Lösungsansätze - wie ist Ihr Weg?"

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Detailfassung

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

1. Weltwirtschaftssystem
Adam Smith - Reichtum von Nationen

1.1 Internationale Institutionen

1.2 Regierungen / Mittelstandsunternehmen / Multinationale Unternehmen (MNC`s) 

Fischereiabkommen zwischen der EU und den Westafrikanischen Ländern

Handgesticktes Seidenkleid aus Indien

Produktionsverlagerung von Sportschuhen in Schwellenländer

Produktions- und Exportsubventionen für die Agrarwirtschaft in den USA / Europa

1.3 Reiche
Superreiche, mittelreiche und einfache Millionäre

1.4 Mittelschicht

1.5 Die Armen

2. Gefahren dieser Entwicklung

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1. Weltwirtschaftssystem

1. Weltwirtschaftssystem

Der Handel zwischen Ländern und Kontinenten hat eine sehr lange Tradition. Schon damals haben die weit auseinander lebenden Menschen der Indus-Kultur (2600 - 1900 v. Christi), sumerischen Kultur und  später assyrischen Kultur (2000 v. Christi - 1600 v. Christi) miteinander Handelsbeziehungen gepflegt. über die weltbekannte "Seidenstraße", die sich vom Mittelmeer aus bis nach Ostasien erstreckt (über Ägypten, Persien, Indien, China), wurden Gewürze, Seide, Glas, Porzellan, Gold und Edelsteine als Handelsgüter transportiert.

Adam Smith - Reichtum der Nationen

Die Grundlagen unseres heutigen Weltwirtschaftssystems stammen jedoch aus dem 18. Jh. Diese wurden damals von Adam Smith in sechs Werken - "The Wealth of Nations" -  veröffentlicht und haben sich mit einigen kleinen Veränderungen bis heute weltweit als ein als legitim betrachtetes freies Markwirtschaftssystem etabliert. In den letzten ca. 250 Jahren ist über dieses System sehr viel Literatur im Handel erschienen. Ich möchte mich daher nicht mit Details beschäftigen. Lassen Sie mich aber bitte drei grundlegende Ideen dieses System beschreiben.

Adam Smith schreibt:

1. In einer freien Marktwirtschaft sollen alle Menschen im eigenen Interesse und zum eigenen Vorteil handeln. Diese Vorgehensweise wird das Wohlergehen aller anderen Menschen fördern. Seine eigene maximale Entwicklung wird eine maximale Entwicklung von anderen Menschen sicherstellen. Dieses wird durch eine sogenannte "Unsichtbare Hand" ermöglicht. Diese "Unsichtbare Hand" funktioniert durch die allgemein empfundene Sympathie zwischen den Menschen.

2. In "Reichtum der Nationen" fordert Adam Smith die einzelnen Nationen auf, in einer freien Weltwirtschaft miteinander Handel zu betreiben, in Wettbewerb zu treten und zu konkurrieren. Um den größten Wohlstand für die Menschen zu erreichen, schlägt er vor, dass sich jedes Land  auf bestimmte Produkte spezialisiert und seinen restlichen Bedarf mit Tauschhandel deckt.

3. Adam Smith schreibt: "Nach dem natürlichen Lauf der Dinge wird in jedem sich entwickelnden Land das Kapital zunächst in die Landwirtschaft, später in das Gewerbe und zuallerletzt in den Außenhandel gelenkt".


Lassen Sie uns bitte mit dem oben beschriebenen Weltwirtschaftssystem ein Beispiel zwischen zwei Ländern - Großbritannien und Indien vom 17 Jh. bis 20. Jh. anschauen. Lassen Sie uns die Geschehnisse in Indien punktweise in diesem Zusammenhang vor Augen führen:

1. Bis zum 17. Jh. war Indien einer der weltweit größten Lieferanten von Textilien und Gewürzen verschiedener Art usw. Im 17. Jh. waren China und Indien die international  führenden Wirtschaftsmächte. Damals betrug der Anteil des Welthandels von China und Indien ca. 45%, also etwa soviel wie heute Europa und die USA. Die in Europa begehrten Produkte wie feine Seide, Baumwolle, Textilien, Porzellan, Gewürze etc. wurden dort in einfachen Manufakturen hergestellt und exportiert.   

2. Grundlegendes Wissen der Weltwirtschaft "The Wealth of Nations" von Adam Smith erschien 1776.

3. Wie oben beschrieben, führten die Engländer im 18. Jh. und 19. Jh. Kriege mit den Portugiesen und den Franzosen in Indien. Die "East Indian Company" übernahm mit eigener Armee 1757 bis 1857 die Kolonialherrschaft über ganz Indien. Danach wurde Indien der britischen Krone unterstellt.

4. Von 1700-1760 betrug der Einfuhrwert der Rohbaumwolle für die britische Textilindustrie ca. 1-2 Million Pfund/Jahr. Ab 1780 wuchs er auf 8 Millionen Pfund/Jahr und stieg dann bis 1820 schlagartig auf bis zu 33 Millionen Pfund/Jahr. Der Grund: Großbritannien eignete sich von den Indern Wissen zur Textilherstellung an, entwickelte dieses weiter und fing selbst an, für die Welt zu produzieren. Die Menschen in Indien wurden dadurch arbeitslos. Die britische Agrargesellschaft und später die europäische und die der USA bewegte sich zur Industriegesellschaft.

Welche wirtschaftliche Zielen haben die damaligen interessierten Kräfte in Großbritannien mit dem Einsatz von Gewalt, Kriege und Imperialismus erreicht?  

Die folgende Tabelle zeigt die prozentualen Anteile Indiens am Welthandel:

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1700 1820 1890 1952
CHINA 23,1 32,4 13,2 5,2
INDIEN 22,6 15,7 11,0 3,8
JAPAN 4,5 3,0 2,5 3,4
EUROPA 23,3 26,6 40,3 29,7
USA 0,0 1,8 13,8 28,4
RUSSLAND 3,2 4,8 6,3 8,7

Zwischen 1700 und 1820 verlor das Land ca. 7%. Bis 1947 stand Indien unter der Krone von Großbritannien und wurde wirtschaftlich zu einem Entwicklungsland. Der Welthandel Indiens reduzierte sich von 22,6% in 1700 auf 3,8% im Jahre 1952.

China hatte ähnliche Rückschläge im Welthandel wie Indien. Lag es an der Opiumsucht? Wer hatte dort Opium eingeführt? Waren es, wie oben beschrieben, die gleichen interessierten Kräfte aus Großbritannien?

Wurde hier nicht genau das oben unter Punkt 1. beschriebene Postulat von Adam Smith "In einer freien Marktwirtschaft sollen alle Menschen aus eigenem Interesse und eigenem Vorteil handeln" mit Gewalt, Ungerechtigkeit und Ausbeutung ergänzt und in die Tat umgesetzt?

Die heutige Realität zeigt, dass die Entwicklung von heute 2,5 Milliarden Menschen (also ca. 40% der Menschheit) um Jahrhunderte zurückversetzt wurde.

Wie ging es weiter mit unserem Weltwirtschaftssystem?

Der Zweite Weltkrieg brachte große wirtschaftliche Probleme, weil er viel Geld kostete. Die für die Welt relevanten Entscheidungen wurden in Bretten Wood von den "West Allianz Siegern" getroffen. Neue Institutionen wie der Internationale Währungsfonds, die Weltbank und GATT (General Agreement on Tarifs and Trade -  Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen) wurden gegründet und die Anwendung von einer freien Marktwirtschaft beschlossen.

Nach dem Ende der Sowjetunion wurde 1995 die WTO - World Trade Organisation- bestehend aus GATT, GATS (Das General Agreement on Trade in Services - Handel mit Dienstleistungen) und TRIPS (Trade Related Aspects of Intellectual Property - Rechte des Geistigen Eigentums) ins Leben gerufen. Unabhängig von dem Entwicklungsstand der Entwicklungsländer wurde mit entsprechenden Verträgen die Liberalisierung (Deregulierung) der Märkte für die Bewegung der Güter, Dienstleistungen und grenzüberschreitenden Kapitalströme sichergestellt.  

Die Hauptspieler in der derzeitigen Globalisierung und Weltwirtschaft waren die oben erwähnten internationalen Institutionen, Staaten (oder Gruppen von Staaten) und die multinationalen Unternehmen (MNC's). 

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1.1 Internationale Institutionen

1.1 Internationale Institutionen

Nachdem die Aufgabe, Europa wirtschaftlich weiterzuentwickeln, erledigt war, wurde von den Industrienationen die gleiche Aufgabe der wirtschaftlichen Weiterentwicklung von Entwicklungsländern an IWF, Weltbank und GATT später WTO übertragen.

Wie die Entwicklung zeigt, wurde bisher wenig erreicht. Die Ergebnisse zeigen vielmehr, dass durch die weltweite Liberalisierung der Märkte, die erzielten Ergebnisse in Wirklichkeit nicht viel zur wirtschaftlichen Entwicklung der Entwicklungsländer, sondern größenteils zu der der entwickelten Länder beigetragen haben. Die Liberalisierung hat zum Nachteil der Entwicklungsländer gewirkt.

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1.2 Regierungen/Mittelstandsunternehmen/Multinationale Unternehmen

1.2 Regierungen/Mittelstandsunternehmen/Multinationale Unternehmen (MNC's)  

Im Gespann mit eigenen Mittelstandsunternehmen und weltweit operierenden MNC's ist jeder Staat heute bemüht, Rahmenbedingungen für die Beschaffung von Arbeitsplätzen festzulegen. Aufgrund der weltweiten Konkurrenz besteht das hauptsächliche Interesse der Wirtschaft jedoch darin, dass möglichst viel Gewinn und hohe Rendite erzielt werden.

Heute ergeben das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Innovationskraft, neue technologische Entwicklungen und die Waffenmacht die Machtgröße eines Landes oder eine Gruppe von Ländern. Diese Macht wird für die Durchsetzung der eigenen wirtschaftlichen Interessen in der Welt benutzt.

Die ersten 500 MNC's kontrollieren heute ca. 50% des Welt BIP's.

Die Mittelstandsunternehmen und MNC's produzieren heute nicht nur dort, wo die Konsumenten leben, sondern suchen sich Länder mit billigen Löhnen, Kapitalsicherheit, und anderen Faktoren, die eine Gewinnmaximierung sicherstellen.

Einfache Produkte, wie z.B. Kleidung oder Schuhe und Industrieprodukte mit arbeitsintensiven Fertigungsvorgängen, soweit wie möglich keine hochtechnologischen Produkte, werden hauptsächlich in den Schwellenländern produziert. Dies kann jedoch nur für eine gewisse Zeit funktionieren. Konkurrenz sowie die Höhe des erwirtschafteten Gewinns sind maßgebend für die Verlagerung der Aktivitäten in ein anderes Land mit inzwischen noch besseren Rahmenbedingungen. Die Forschung und Entwicklung bleiben jedoch in den hoch entwickelten Ländern.

Was passiert mit den arbeitenden Menschen weltweit unter diesen Rahmenbedingungen der Weltwirtschaft? Abhängig von dem Betätigungsfeld und der Branche wächst die Anzahl der wirtschaftlich hart betroffenen Menschen in der Welt - nicht nur in den Entwicklungsländern, wo Menschen unwürdigen Arbeitsbedingungen und Armutslöhnen ausgesetzt sind, sondern auch zunehmend in Industrieländern wegen der ansteigenden Arbeitslosigkeit.

Schauen Sie bitte einige weitere Beispiele an, wie unser Weltwirtschaftssystem heute funktioniert!

1. Fischereiabkommen zwischen der EU und den Westafrikanischen Länder

Jahr für Jahr versuchen immer mehr junge Menschen, in meist untauglichen Booten von der Westküste Afrikas über einen Seeweg die europäischen Küsten zu erreichen. Schätzungsweise versuchten dieses Abenteuer im Jahr 2000 ca. 2000 Menschen, 2005 waren es schon 5000, 2007 wuchs die Zahl auf über 30.000 und im Jahr 2008 waren es allein in Italien ca. 30.000 Menschen, die die Küsten lebend erreicht haben. Aufgrund des schlechten Zustands der Boote weiß niemand genau, wie viele Menschen bis heute gesterben sind. Die Zahl geht in die Tausende. Warum machen diese Menschen so etwas?

Seit Jahrzehnten macht die EU mit den Staaten der Westküste Afrikas wie Senegal, Mauretanien, Guinea-Bissau usw. Fischereiabkommen, die den Europäern erlauben, vor der Westküste Afrikas zu fischen. Dafür bezahlt die EU, z.B. an Mauretanien, entsprechend diesem Abkommen (abgeschlossen am 01.08.2006, auslaufend 31.07.2012) 86 Mio. Euro im Jahr.

Und was sagen Sie dazu: Aufgrund des seit dem 01.08.2012 gültigen neuen Vertrages bezahlt die EU 70 Millionen an Mauretanien, anstatt bisher EUR 86 Millionen.

Die EU gibt diese Rechte weiter an große europäische Reedereien in Spanien, Portugal, Frankreich, Großbritannien, Deutschland usw., um Delikatessen wie Tintenfische, Krustentiere, Seebarsch etc. zu fischen und an den europäischen Küsten zum weiteren Verkauf zu bringen. Diese Reedereien bezahlen kleine Lizenzgebühren an Mauretanien. Brüssel unterstützt die Reedereien mit Subventionen für die Ausrüstung der großen Fangschiff - Trawler.

Vor einigen Jahren verdienten die Bewohner der Westküste Afrikas ihren Lebensunterhalt mit Fischfang, welchen sie mit ihren eigenen Booten machten. Seit die großen EU-Trawler Schiffe dort fischen, sind die afrikanischen Fischer im Laufe der Zeit arbeitslos geworden. Gründe:

Zum einen haben sie mit ihren kleinen Booten gegen die großen EU-Schiffe (ausgerüstet mit neuen modernen technischen Möglichkeiten) keine Chance. Zum anderen sind die Küsten leergefischt, weil die Trawler mit kleinmaschigen Fischernetzen arbeiten, wodurch die kleinen, jungen, unbrauchbaren Fische mit aus dem Meer gefischt und anschließend tot ins Meer zurück geworfen werden.

Nun stellen Sie sich bitte, eine Fischerfamilie mit Problemen wie Nahrungsknappheit, Krankheiten und weiterem Elend vor. Was werden die jungen Mitglieder dieser Familie machen? Sie versuchen, Gleichgesinnte zu finden und irgendwie unter großer Lebensgefahr in Europa ihr Glück zu versuchen oder auf See zu sterben.

Es liegen in Europa Berechnungen vor, welche besagen, dass der Verkaufswert dieser Fische in Europa 1,75 Milliarden Euro/Jahr beträgt, also ca. das 20fache von dem an Mauretanien bezahlten Betrag von 86 Millionen Euro.

Mit anderen Worten: Von der gesamten Wertschöpfung dieses "Deals" bleiben heute 95% im Wirtschaftraum der EU und 5% im mauretanischen Wirtschaftsraum.

2. Handbesticktes Seidenkleid aus Indien

Ein in Indien mit Perlen und Pailletten besticktes Seidendamenkleid hat in Europa einen Importwert von ca. 35 Euro. Der Großhandel verkauft es an den Einzelhandel für ca. 70 Euro und der Einzelhandel verkauft es an den Endverbraucher für ca. 175 Euro. Die Wirtschaftskette  Indiens erhält also für die Herstellung der Seide, für die Fertigstellung des Kleides und die Flugfracht ca. 35 Euro und an die europäische Wirtschaft gehen für den Verkauf des Kleides ca. 140 Euro.

Mit anderen Worten: von der gesamten Wertschöpfung bleiben ca. 80% im Wirtschaftraum Europa und ca. 20% im indischen Wirtschaftsraum. Von diesen ca. 35 Euro bekommen die Arbeiter in Indien, die diese Stoffe und Kleider herstellen, nur einen Bruchteil und können mit den bezahlten Löhnen weder satt werden, noch ihre Kinder richtig ausbilden lassen, da dafür einfach das Geld fehlt.

3. Produktionsverlagerung von Sportschuhen in Schwellenländer

Unternehmen in den USA und in den europäischen Ländern stehen in harter Konkurrenz. Meist solche Unternehmen haben den überwiegenden Teil der Bereiche Entwicklung, Vertrieb und Verwaltung im Inland belassen und die Fertigung in "Billig- Lohn- Länder" verlagert. Die Details dazu:

Für ein Paar Sportschuhe, die z.B. in China, Indien  oder Brasilien produziert werden, zahlen Sie im Laden 100 Euro. Das hat im Allgemeinen folgende Kostenstruktur:

Material 8,00 EUR
Löhne 0,40 EUR
Gemeinkosten-Produktion 1,60 EUR
Hersteller-Marge 2,00 EUR
Logistikkosten 5,00 EUR
Summe Wirtschaftskette-Herstellungsland 17,00 EUR
Werbung 9,00 EUR
Forschung 10,00 EUR
Importeur - Marge 14,00 EUR
Einzelhandel - Marge 50,00 EUR
Summe Wirtschaftskette-Industrieland 83,00 EUR

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Von der gesamten Wertschöpfung bleiben also höchstens 17% in den Schwellenländern und 83% in der Wirtschaftskette der entwickelten Länder.

Meinen Sie, dass es möglich ist, mit diesen Löhnen (0,40 Euro aus dem Verkaufswert von 100 Euro) satt zu werden und die Kinder zur Schule zu schicken?

Und was geschah mit den meisten Menschen, die früher diese Sportschuhe in den USA oder in Deutschland oder in einem anderen entwickelten Land produziert haben? Die überflüssigen Mitarbeiter wurden entlassen. Welchen harten Weg müssen die betroffenen Menschen und deren Familien während der Arbeitslosigkeit gegangen sein?!

4. Produktions- und Exportsubventionen für die Agrarwirtschaft in den USA/Europa

Die Regierungen der Industrienationen (USA, Europa usw.) haben für ihre Agrarwirtschaft in den letzten Jahren jährlich ca. 345 Milliarden Euro als Produktions- und Exportsubventionen gezahlt. Die Agrarwirtschaft der USA, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Italien, Niederlanden usw. konnten dadurch ihre subventionierten Agrarprodukte in der Welt, unter anderem auch nach Afrika, exportieren. Die Ergebnisse:

  • Die Preise der exportierten Agrarprodukte in afrikanischen Ländern sind so günstig, dass die Bauern dort mit ihren Hacken und Pflügen produzierte Ware mit diesen Preisen nicht konkurrieren können und  damit in Arbeitslosigkeit und Existenznot geraten.
  • Vor einigen Jahren war z.B. Ägypten mit der Herstellung von Getreide und anderen Agrarprodukten völlig eigenständig. Dann wurde das Land mit subventionierten und zu Dumping-Preisen exportierten Agrarprodukte aus den USA überflutet. Für die dortige Landwirtschaft war es nicht mehr rentabel, die Getreideprodukte selbst herzustellen. Die Agrarflächen wurden nach und nach auf den Anbau von Viehfutter umgestellt, da die Herstellung von Viehfutter und Fleischprodukte rentabel waren. Lebensmittel wurden importiert. Wir wissen, dass für die Herstellung von 1 kg Fleisch ca. 10 kg. Viehfutter erforderlich sind.  Durch die weltweite Verknappung der Lebensmittel ist Ägypten in große Schwierigkeiten geraten. Aus Fernsehen und Presse nahmen die Menschen mit Erstaunen zu Kenntnis, wie in Ägypten die Menschen in Schlangen anstanden und gewalttätig wurden, um ein paar Fladenbrote zu ergattern.

Seit einigen Jahren finden unter der Schirmherrschaft der Welt Trade Organisation (WTO) Verhandlungen zwischen den Verantwortlichen der Entwicklungs- und der Industrieländer wie USA, EU usw. über die Abschaffung von Agrarexportsubventionen statt. Diese sind bis heute ohne Erfolg geblieben, weil die Industrienationen sich weigern, die Exportsubventionen abzubauen.

Auch die Zusammenkünfte der G8-Staaten, die versuchten, eine Lösung für die oben geschilderte Knappheit der Agrarprodukte zu finden, kamen bisher nicht zu handfesten Ergebnissen.

Hier ist klar zu erkennen, dass die oben beschriebenen Postulate von Adam Smith voll umgesetzt wurden.

Welchen Schluss ziehen wir daraus?

Ich meine, die Zeit ist reif (gemessen an den für uns in Europa geltenden Gesetzen, unseren Prinzipien sowie unseren ethischen und moralischen Werten), ernsthafte Maßnahmen zur Beseitigung des Elends von Hunger in der Welt zu ergreifen. Bitte lesen Sie "Meine Lösungsansätze - wie ist Ihr Weg?"

Folgende Tabelle zeigt die derzeitige wirtschaftliche Produktivität und die  Analphabetenquote in den USA, Kanada, Australien, einigen Ländern Europas, in Mittel- und Südamerika, Asien und Afrika.

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Einige weitere Details:

1. Ein Handbuch mit Statistiken des UNCTAD (United Nations Conference on Trade and Development) zeigt, dass in 2005 das Welt-Bruttoinlandsprodukt (BIP) 70 Billionen US$ betrug.

Andererseits ist auch bekannt, dass weltweit etwa 50% dieses Betrags für Militär, Rüstung, Sicherheit, Drogen, Gewalt und Kriminalität, Arbeitslosigkeit, Korruption, Gesundheitsschäden, Umweltzerstörung etc. verwendet wurden.

2. Die derzeitige Finanzkrise zeigt, dass das gesamte Kreditrisiko in der Welt ca. 65 Billionen US$ beträgt. Wo dies die Menschheit hinführen wird, weiß keiner.

3. Heute bezwecken 94% der Gelder, die täglich in der Welt zirkulieren, nicht den Austausch von Gütern und Dienstleistungen. Über zwei Billionen Euro, also über zweitausend Milliarden, wechseln aus spekulativen Gründen für höhere Renditen, immer wieder den Ort.

4. Über 75% des Welthandels entfallen auf rund 15% der Weltbevölkerung in den Industrienationen. Dagegen leben in den ärmsten Staaten der Welt heute 40% aller Menschen. Ihr Anteil am Welthandel liegt bei unter 3%.


5. Sinn der Wirtschaft ist es, für den Menschen nützliche Produkte zu entwickeln und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Für die Durchführung dieser Ziele benötigen die Unternehmen Geld. Dafür wurde ursprünglich die Börse geschaffen. Heute sind 96% des Umsatzes auf den Weltbörsen Spekulation. Nur 4% tragen zu neuer Arbeitsplatzbeschaffung bei.

Unter diesem Weltwirtschaftssystem haben sich die Menschen in die diese drei Klassen entwickelt: Reiche, Mittelstand und Arme.

Wie unterscheiden sie sich? Wie leben sie?

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1.3 Reiche

1.3 Reiche

In London kann sich nur derjenige als reich fühlen, der ein Einkommen von ca. 2-3 Million US$/Jahr hat.

Menschen gelten auch ab einem Vermögen von ca. 3-5 Million US$ als reich. Die selbst bewohnte Immobilie ist in dieser Summe nicht enthalten.

2006 gab es weltweit über 9 Millionen Reiche - US-Dollar-Millionäre.  Die Reichen teilen sich in drei Gruppen - Superreiche, mittelreiche und einfache Millionäre.   

Davon waren jeweils ca. 3.000.000  US-Amerikaner; 700.000 Deutsche; 600.000 Japaner; 500.000 Briten; 400.000 Russen; 350.000 Chinesen; 270.000 Italiener; 270.000 aus den Vereinigten Arabischen Emiraten; 260.000 Franzosen; 250.000 Kanadier; 200.000 Schweizer; 190.000 Österreicher; 160.000 Australier; 120.000 Brasilianer und 120.000 Inder.

Ca. 2/3 der Millionäre leben in Nordamerika, Europa und Australien.       

Die Weltmillionäre hatten im Jahr 2006 ein privat verfügbares Gesamtnettovermögen von ca. 36.000.000.000.000 (36 Billionen) US-Dollar.  

Damit besitzen diese  Reichen - ca. 2% der Weltbevölkerung - ca. 50% des privatverfügbaren Weltvermögens.   

Superreiche, mittelreiche und einfache Millionäre  

Superreiche sind Millionäre, die ein Vermögen von mehr als 30 Millionen US$ bis über 50 Milliarden haben. Deren Zahl betrug 2007 weltweit ca. 100.000.  

Laut Veröffentlichungen erhöhte sich die Zahl der Milliardäre auf der Erde um jeweils ca. 400 im Jahr 2004 auf 900 in 2007. In 2013 leben in der Welt ca. 1.300 Milliardäre. In 2016 sind es ca. 1800.

Von ca. 900 Milliardären waren 2007 jeweils ca. 410 US Amerikaner, ca. 50 Deutsche und 50 Russen. Die Schwellenländer wie China und Indien sind auf dem Vormarsch. China hat inzwischen auch über 20 Milliardäre. In Indien waren es 35 Milliardäre.

In 2013 sind ca. 350 Amerikaner, 125 Russen, 115 Chinesen, 55 Deutsche, 50 Inder usw. Indien ist ein Land, dessen Menschen überwiegend ein Einkommen (Kaufkraftparität) von weniger als 2 $ pro Tag haben. Ein Land, in dem 50% der Menschen in der Großstadt Mumbai entweder am Straßenrand oder in Slums leben.

Menschen, die 5-30 Millionen US $ Vermögen besitzen, sind mittelreiche Millionäre. Die restlichen Millionäre sind einfache Millionäre und besitzen weniger als 5 Millionen US$.

Zwischen 2005 und 2006 erhöhte sich  das Vermögen von ca. 400 sehr wohlhabenden amerikanischen Geschäftsleuten um ca. 120 Milliarden US$. Also im Schnitt ein Einkommen von ca. US$ 300.000.000/Jahr. Zu dieser Einkommensgruppe gehören neuerdings auch wenige amerikanische Top-Manager der weltweit  tätigen MNC's.     

Sicherlich verwenden sehr viele Reiche in der Welt Geld, um anderen Menschen zu helfen. Aber wenn man sieht, dass die Anzahl der Armen auf der Erde gestiegen ist, sieht es so aus, dass sie das Geld für andere Zwecke verwenden. Einige Beispiele:

  • Milliarden und Abermilliarden werden als Anlagen für Immobilien verwendet.
  • Milliarden von US$ werden in alte Kunst (Alte Maler, Antiquitäten usw.) investiert.
  • Im Londoner Kaufhaus Harrods gibt es für diese Menschen mit Rubinen bestickte Schuhe zum Kaufpreis von ca. 2 Millionen US$ oder ein mit echten Topassteinen handgesticktes Millionen-Dollar-Kleid.
  • Ein Handy aus purem Gold und mit Diamanten besetzt wird bei uns in Deutschland für ca. 180.000 Euro angeboten. Es gibt auch ein günstigeres für ca. 150.000 Euro. Viele Millionäre schenken Ihren Kindern heute so etwas zum Abitur
  • Eine von Kunsthandwerkern hergestellte mechanische Markenuhr steht für 600.000 US$ zum Verkauf
  • Die obere Schicht feiert häufig im eigenen kleinen Kreis der Superreichen Partys an Bord eigener oder gemieteter Schiffe. Kostenpunkt für das Wochenende: 1 Million US$.
  • Ein neuer indischer Milliardär schenkte seiner Frau einen Jet  im Wert von ca. 80 Millionen US$ zu ihrem Geburtstag.


 Und, und, und.

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1.4 Mittelschicht

1.4 Mittelschicht

Zwischen den oben beschriebenen Reichen und den nachfolgend geschilderten Armen liegt die Mittelschicht mit entsprechendem Einkommen. Die Mittelschicht in den Industriestaaten und Entwicklungsländern/Schwellenländern ist unterschiedlich. In den Industriestaaten gehört die überwiegend Anzahl von Menschen dem Mittelstand an. Als Arm gilt in der Europäischen Union, wer weniger als 60% des jeweiligen nationalen Mittelwerts verdient. In Deutschland beträgt das unterste Mittelschicht-Einkommen ca. 14.000 US$/Jahr/Person und in den USA ca. 11.000 US$/Jahr/Person. Unter diesen Einkommen gelten die Menschen als arm (jeweils ca. 15% in den USA und Deutschland). In Deutschland erhalten sie staatliche Unterstützung.

In China und Indien gehören ca. 33% der Menschen zur Mittelschicht, wobei hier das unterste Mittelschicht-Einkommen (oder oberste Einkommen von Armen) ca. 720 US$/Jahr/Person beträgt (Basis: Kaufkraftparität, d.h. wenn identische Warenkörbe in verschiedenen Ländern gleich viel kosten. Diese Kaufkraftparität bedeutet, dass ein in den USA lebender Mensch mit einem Einkommen von 720 US$ im Jahr auskommen müsste).

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1.5 Die Armen

1.5 Die Armen

Es leben ca. 50% der Weltbevölkerung mit einem Einkommen von weniger als 2 US$/Tag/Person (Basis: Kaufkraftparität. Diese Kaufkraftparität bedeutet, dass ein in den USA lebenden Mensch mit einem Einkommen von 60 US$ im Monat auskommen müsste). 

In China leben immer noch 15-20% der Menschen mit einem Einkommen von 1 US$/Tag und ca. 50% mit weniger als 2 US$/Tag. In Indien existieren ca. 35% mit weniger als 1 US$/Tag und ca. 60% - 70% mit einem Einkommen von weniger als 2 US$/Tag. Diese Menschen werden als extrem arm bzw. arm bezeichnet.

Der Zustand der Menschen in anderen Teilen Südostasiens wie Pakistan, Bangladesch Afghanistan oder Südostasien wie Vietnam und Kambodscha etc. ist  noch schlimmer.

Wie die BIP Liste zeigt, ist der wirtschaftliche Zustand der Menschen in einigen südamerikanischen Ländern besser. Aber wo stehen Länder wie Bolivien, Nicaragua und Haiti?   

Für die afrikanischen Länder wie Kenia, Äthiopien, Sierra Leone und Tansania brauchen wir nur Fernseher, um zu sehen, in welchem Armutszustand über 90% der Menschen dort leben.

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2. Gefahren dieser Entwicklung

2. Gefahren dieser Entwicklung

Wie wir sehen, gibt es weltweit eine kleine Gruppe von wirtschaftlichen Gewinnern mit nie gekannten Einkommenshöhen und Vermögen. Die Schere zwischen Arm und Reich wächst mit all den Gefahren, die sie mit sich bringt und wir aus der Weltgeschichte kennen. Einige Besonderheiten:

  • Sicherlich geht es heute den meisten Menschen in den Industriestaaten und einem kleinen Prozentsatz der Schwellenländer wirtschaftlich sowie in Bezug auf Bildung und Gesundheit besser.

Nun aber kommen  Arbeitsverlagerungen aus den USA und Westeuropa in die Billiglohnländer nach Osteuropa, China, Indien etc. Dadurch entsteht in den Industriestaaten eine höhere Arbeitslosigkeit, Existenzangst sowie eine Steigerung des Sozialgefälles. In den Billiglohnländern herrscht ungerechte Bezahlung mit Hungerlöhnen. Ergebnis: Soziale Unruhe und ein großer Ruck in Richtung politisch extremen rechten bzw. linken Parteien.

  • 1970 verdiente ein Manager in den USA im Durchschnitt 26 mal so viel wie ein Industriearbeiter. In 1999  waren es ca. 475 mal so viel.
  • In Deutschland ist es heute so: Eine Vollzeitverkäuferin in einer Bäckerei verdient 18.000 Euro im Jahr, ein Bankvorstandsvorsitzender 13.000.000 Euro im Jahr, also ca. 720 mal soviel.
  • In Indien verdient eine Frau,  die an einer Baustelle 12 Stunden am Tag arbeitet, ein Kind unter dem Arm hat  und auf dem Kopf einen Behälter voll mit Steinen trägt, 24.000 indische Rupien oder Euro 1.200/Jahr (Basis: Kaufkraftparität d.h. wenn identische Warenkörbe in verschiedenen Ländern gleich viel kosten).
  • Ca. 10 Millionen Kinder sterben pro Jahr in der Welt, bevor sie 5 Jahre alt sind.
  • Hauptsächlich aus  Wirtschaftsinteressen werden Kriege geführt, in denen Tausende von Menschen zu Schaden kommen. Die Gewalt hat andere Dimensionen angenommen, z.B. Zerstörung vom World Trade Center, Krieg in Afghanistan, Irak, heutiger Terrorismus - Selbstzerstörung um andere zu verletzen oder zu töten

Ich bitte Sie, die von Adam Smith beschriebenen drei Postulate nochmals zu lesen. Die Machthaber haben buchstäblich diese Postulate praktiziert, die Adam Smith als Regeln aufgestellt hat und die bis heute in unserem Weltwirtschaftssystem voll legalisiert sind.

Wie oben im Beispiel Großbritanniens und Indiens beschrieben, haben im 19. Jh. die Machthaber nach der ersten Regel von Adam Smith im eigenen Interesse und zum eigenen Vorteil gehandelt. Mit welchem Ergebnis? Erinnern Sie sich, was Sie oben gelesen haben?

Heute erleben wir, wie durch die Anwendung der ersten Regel von Adam Smith die weltweite Finanz- und Wirtschaftkrise entstanden ist.

Haben Sie irgendwo die unsichtbare Hand gesehen? Wo bleibt die allgemein empfundene Sympathie von Mensch zu Mensch, die diese "unsichtbare Hand zur Funktion bringen" soll?

Die zweite Regel hat in der Welt komplett  funktioniert. Wissen wird hauptsächlich in entwickelten Ländern produziert, bewahrt und zunächst soweit wie möglich für den eigenen Vorteil verwendet. Später entwickeln sich auch die noch unterentwickelten Länder und können Teile oder einfache Produkte zu günstigen Preisen herstellen. Arbeitsplätze in entwickelten Ländern gehen dann verloren. Eines Tages wird das ehemalige Entwicklungsland ein entwickeltes Land und der Teufelskreis beginnt von Neuem. Das ist das Ergebnis von "miteinander in Konkurrenz treten".

Hat außerdem die "Spezialisierung" funktioniert? Wir wissen, dass heute die Menschen in Ägypten und in anderen Ländern für ein Brot Gewalt anwenden, weil sich Ägypten auf Fleischprodukte bzw. andere Länder auf andere Produkte spezialisiert haben.

Die dritte Regel (nach dem natürlichen Lauf der Dinge wird in jedem sich entwickelnden Land das Kapital in die Landwirtschaft gelenkt) hat in Afrika nicht funktioniert. Die Afrikaner werden mit von den entwickelten Ländern  subventionierten Agrarprodukten versorgt, so dass Sie gar nicht in die Lage kommen, das Geld in die eigene Agrarwirtschaft zu investieren, weil es sich gar nicht lohnt.

Nun werden verschiedene Menschen sagen, dass es Ausbeutung, Auseinandersetzungen zwischen Menschen sowie Kriege zwischen Ländern schon immer gab. Diese Menschen haben recht. Andere werden sagen, dass es Reichtum und Armut immer gab - diese Menschen haben auch recht.

Es gab während der in der gesamten Welt verbreiteten feudalen Herrschaft auf der einen Seite Knechte, Bauern sowie Bürger und auf der anderen Seite  Grundherren, Adlige, Fürsten, Könige und Kaiser. Eine Handvoll Grundherren, Adlige usw. waren reich, aber die restliche Menschheit auf der Erde war etwa Gleichmäßig arm.

Die Geschichte zeigt auch, dass die Menschen an einem bestimmten Zeitpunkt so etwas nicht mehr akzeptiert haben. Wie wir wissen, gab es Revolutionen und große Auseinandersetzungen auf der Erde. Die einst ganz fest etablierten Dynastien sowie Kaiser- und Königreiche wurden aufgrund dieser Revolutionen irgendwann zerstört.  

Überspitzt beschrieben ist dies die noch heute praktizierte Strategie der Weltkräfte mit negativen Eigenschaften: 

  • Den Reichtum der eigenen Nation oder der in der Gruppe befindlichen Nationen auf Kosten der anderen Länder steigern.
  • Sicherstellen, dass eigene Waffen und Militär im Vergleich zu anderen Ländern besser sind.
  • Falls eigene geopolitische oder wirtschaftliche Interessen tangiert sind und das betroffene Land oder die betroffenen Länder nicht mitziehen, sollten verschiedene Negativmittel verwendet werden, um das betroffene Gebiet zu destabilisieren sowie, falls erforderlich diese militärisch anzugreifen, zu zerstören oder unterwürfig zu machen.

Technologie und Wissen sowie vorhandene Mittel können für alle Menschen auf der Erde Bekleidung, Behausung und andere notwendige Sachen sicherstellen; der Energiebedarf kann zunehmend mit Wind und Sonnenenergie abgedeckt werden, Technologien für die Entsalzung von Meereswasser könnten so schnell wie möglich vorangetrieben werden, um der zu erwartenden Wasserknappheit entgegenzuwirken usw. Die normalen Bedürfnisse der Menschen können heute gedeckt werden, aber ihre Habgier nicht.

Heute wird der Erfolg eines Menschen meistens daran gemessen, wie viel Geld und Macht derjenige während seines Lebens angesammelt hat. Eckpfeiler unserer  Entscheidungen ist überwiegend das Geld. Natürlich hat ein kleiner Anteil der Menschheit viel Geld und gewinnt angeblich seine Lebensfreude durch  die Verwendung dieser Mittel.

Wie ist es aber mit der wirklichen Lebensfreude der Menschen? Haben wir  probiert, welche Dimension der echten Lebensfreude wir alle gemeinsam  durch das Praktizieren der positiven Eigenschaften haben könnten?

Obwohl kein Mensch möchte, dass er Gewalt erfährt, sind Menschen immer wieder gewalttätig.

Möchten wir, da jetzt vorhandene Waffen viel vernichtender sind, dass die Gattung Mensch ausstirbt? Oder möchten wir nicht vielmehr den Weg der Freiheit, Wahrheit, Verantwortung, des Verständnisses, der Toleranz, des Respekts, des Mitgefühl, der Liebe und des Einsseins gehen?

Wird die Natur nicht irgendwann massiv reagieren, falls wir Menschen trotz des heute vorhandenen Wissens, der Technologie und der Entwicklungsmöglichkeiten den herkömmlichen Weg der Kriege, Gewalt und  Ausbeutung anderer Menschen usw. beibehalten sollten?

Die Gattung Mensch existiert auf der Erde noch nicht lange.  Die Wissenschaft kann uns ein Lied singen von all den Lebewesen, die entlang der Zeitachse restlos von der Erde verschwinden mussten, weil sie nicht nach den erforderlichen Regeln der Natur gehandelt haben. In unserer Milchstraße und unserem Universum wird keiner je merken, dass die Gattung Mensch irgendwann auf der Erde existiert hat, sollte es uns nicht mehr geben.

Aus der Tierwelt kennen wir, dass diese im Allgemeinen Angst vor anderen Tieren, Schwierigkeiten beim Auffinden der knappen Ressourcen und Existenzangst haben sowie in der eigenen Gattung und gegenüber anderen Lebewesen Gewalt anwenden.

Hat die Tierwelt vielleicht damals unsere Entstehung toleriert? Sie hatten keine menschlichen geistigen Kräfte, aber vielleicht den Wunsch, aus dieser Situation - einander für das eigene überleben Schaden zuzufügen - mit unserer Hilfe herauszukommen. Haben sie mithilfe der Natur zu diesem Zweck die Gattung Mensch hervorgebracht? Vielleicht war das Ziel, eine Gattung Mensch zu haben, die später der Tierwelt helfen würde, aus diesem "Muss-Verhalten" herauszukommen. Was denken diese Tiere über die Gattung Mensch heute, wenn sie sehen, dass wir Menschen uns gegenseitig sowie die Tiere töten?

Und die Menschen, die glauben, dass uns ein lieber Gott  hervorgebracht hat, wie denkt dieser Gott dann heute an seine Schöpfung "Mensch"?

Unabhängig davon, was eventuell die Tierwelt oder gegebenenfalls der liebe Gott von uns denkt, meine ich, das es Sinn macht, uns zu bemühen, die Basis für eine Welt im Dialog - ohne Gewalt, Kriege und der Ausbeutung von anderen - zu schaffen.

Wie muss die Globalisierung bzw. das Weltwirtschaftssystem konzipiert sein, um die heutigen Nachteile aufzuheben? Was kann sonst noch getan werden? Gibt es Lösungsansätze?

Bitte lesen Sie für weitere Informationen "Meine Lösungsansätze - wie ist Ihr Weg?"

Bevor Sie das tun, wäre es sinnvoll, wenn Sie Informationen über die Verschiedenheit aller Existenzformen unseres Daseins lesen. Welche Kraft gibt es, die jede einzelne Form dieser Verschiedenheit zum Funktionieren bringt? Wie eignen sich die Menschen Eigenschaften an? Wie erzeugt jeder mit diesen Eigenschaften, mit jeder Handlung, materielle (Geld, Immobilien, anderes Eigentum usw.) und immaterielle (Freiheit, Wahrheit, Liebe usw.) Werte für sich selbst und für die anderen? Wie erreicht damit jeder Mensch eine einzigartige Entwicklung in seinem Leben?

Lesen Sie bitte dazu die Links "Netzwerk aller Existenzformen", "Funktionskraft", Eigenschaften - Entstehung von Werten"  sowie "Globale Menschliche Werte Entwicklung".  

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