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Globalisierung und Neokolonialismus

Einleitung

Globalisierung/Neokolonialismus

  • Die menschliche Entwicklung ist in verschiedenen Ländern bzw. auf diversen Kontinenten in den letzten 500 Jahren beleuchtet.
  • Seit dem 15. Jh. hatten europäische Händler begonnen andere Kontinente zu bereisen. Später die Verantwortlichen der jeweiligen Regierungen haben dort Systeme wie Imperialismus, Kolonialismus etc. eingerichtet.
  • Nach Beendigung des Kolonialismus Mitte des 20. Jh. wurden diese direkte Beherrschung und Ausbeutung durch den Neokolonialismus ersetzt - eine indirekte Beherrschung und Ausbeutung. Heute ist Brasilien ein Schwellenland. Die restlichen Länder in Südamerika sind Entwicklungsländer. Indien und China haben heute noch ihre großen Probleme der Armut und Rückständigkeit zu lösen.

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Kurzfassung

Kurzfassung

Da Menschen in der ganzen Welt von den Handlungen einzelner Individuen betroffen werden können, wird die menschliche Entwicklung in verschiedenen Ländern bzw. auf diversen Kontinenten in den letzten 500 Jahren näher beleuchtet.

Seit dem 15. Jh. hatten hauptsächlich europäische Händler begonnen, auf dem See weg andere Kontinente zu bereisen. Diese Händler und Geschäftsleute und später die Verantwortlichen der jeweiligen Regierungen haben dort Systeme wie Imperialismus, Kolonialismus etc. eingerichtet. Welche Auswirkungen hatte das auf die Weltbevölkerung?

Nach Erkundungsbesuchen wurde die Vernichtung der in Amerika und Australien lebenden Urvölker sowie der Verfall der damals hoch entwickelten Länder wie Indien und China durchgeführt. England hatte sich ab 1757 als Kolonialmacht in Indien etabliert, mit China haben die Engländer Opiumkriege geführt und die Menschen dort rauschgiftsüchtig gemacht, Afrikaner wurden versklavt. Durch diese direkte Ausbeutung haben sich Europa, USA, Kanada, Australien materiell entwickelt.

Nach Beendigung des Kolonialismus Mitte des 20. Jh. wurden diese direkte Beherrschung und Ausbeutung durch den Neokolonialismus ersetzt - eine indirekte Beherrschung und Ausbeutung. Fair Trade, Entwicklungshilfe etc., sind von der Wirtschaft und der Politik der entwickelten Länder aufgebaute " Fassaden ". Zwischen dem als " Fair Trade " gehandelten Waren und dem normalen Handel mit Entwicklungsländer und Schwellenländer gibt es kaum unterschied. Wie ist der Zustand der Menschen auf der Erde heute?

Das eine Prozent übrig gebliebener Indianer in den USA und Kanada sowie die Aborigines in Australien leben hauptsächlich in damals geschaffenen Reservaten. Brasilien ist ein Schwellenland. Die restlichen Länder in Südamerika sind Entwicklungsländer. Indien und China haben heute noch ihre großen Probleme der Armut und Rückständigkeit zu lösen, Indien viel mehr als China. Es bedarf keiner großen Erklärungen für den gegenwärtigen Entwicklungsstand der meisten Menschen in Afrika. Das Fernsehen zeigt uns häufig genug Bilder von Kriegen, Gewalt, Armut, Krankheiten, Korruption und den schlechten Lebensumständen der Kinder. Die negativen Folgen der Truppeneinmärsche in Afghanistan und in den Irak usw. sprechen für sich. Die Menschen in Europa, den USA, Kanada und Australien haben in den letzten 500 Jahren eine sehr positive materielle Entwicklung durchlebt.

Welche sind die tieferen Gründe für die seit den letzten 500 Jahren bis heute andauernden vernichtenden und ausbeuterischen Handlungen?

Lesen Sie bitte dazu die Links "Weltwirtschaftssystem"; "Eigenschaften - Entstehung von Werten"; "Globale Menschliche Werte Entwicklung".

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Detailfassung

Inhaltsverzeichnis

1. Globalisierung

1.1 Die materielle und immaterielle menschliche Entwicklung in verschiedenen Ländern/auf diversen Kontinenten vor dem 15. Jh.

1.2 Die materielle und immaterielle menschliche Entwicklung in verschiedenen Ländern/auf diversen Kontinenten ab dem 15. Jh. bis Mitte des 20. Jh.

Amerika
Australien
China und Indien
Afrika
Europa

1.3 Neokolonialismus von Ende des 2. Weltkrieges bis 2008

1.4 Die materielle und immaterielle menschliche Entwicklung in verschiedenen Ländern/auf diversen Kontinenten heute

Indianer und Afroamerikaner in Nordamerika und Aborigines in Australien

Mexiko / Südamerika

China und Indien

Afrika

Europa / Nordamerika / Australien

Afghanistan-Krieg

Irak-Krieg

1.5 Neoklonialismus nach der Finanzkrise in 2008

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1. Globalisierung

Die Globalisierung (dieses Wort existiert seit dem 20. Jh. Davor gab es andere Begriffe, die diesen Vorgang bezeichnet haben) ist ein Prozess der Verschmelzung oder Verflechtung von einzelnen bzw. mehreren, eigenständig existierenden Einheiten wie Individuen, Gesellschaften, Institutionen und Staaten in den Bereichen Wirtschaft, Politik, Kultur, Umwelt usw.

  • Ist dieser Prozess neu?
  • Wann hat er begonnen?
  • Entwickelt er sich bereits seit Ewigkeiten?
  • Begann er mit der Entstehung unseres Universums?
  • Oder mit der Entstehung der ersten Bakterien auf der Erde?
  • Fing es mit der Entstehung der Menschheit an?
  • Oder erst mit der Entstehung von afrikanischen und asiatischen Altkulturen?
  • Mit den Feldzügen Alexander des Großen ca. 350 v. Christi nach Persien/Indien usw.?
  • Mit den Feldzügen von Dschingis Khan aus der Mongolei im 13. Jh. in die Ukraine, nach Afghanistan und Indien usw.?
  • Mit dem 15. Jh., als die Europäer begannen, in der Welt ihren Einfluss zu erhöhen?
  • Mit Vasco da Gama, als er 1498 an der indischen Malabarküste landete, damals schon ein internationales Handelszentrum für Textilen, Gewürzen etc.?
  • Fing er mit dem Ende des 2. Weltkrieges an?
  • Oder nach dem Zerfall der Sowjetunion?

Wie haben wir Menschen die Globalisierung bis jetzt gestaltet und was haben wir dabei erreicht?

Lassen Sie uns die Betrachtung und Analyse der menschlichen Entwicklung auf der Zeit seit dem 15. Jh. begrenzen.

Wie die menschliche Entwicklung in China, Indien und anderen Ländern unter den vorherrschenden Formen der Globalisierung und des Weltwirtschaftssystems um Jahrhunderte zurückversetzt wurde und wie sie auch den Menschen in den entwickelten Ländern heute Schaden zufügt, zeigen Ihnen die folgenden Details.  

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1.1 Die materielle und immaterielle menschliche Entwicklung in verschiedenen Ländern/auf diversen Kontinenten vor dem 15. Jh.

1.1 Die materielle und immaterielle menschliche Entwicklung in verschiedenen Ländern/auf diversen Kontinenten vor dem 15. Jh.

Lassen Sie uns nicht viel Zeit für die Entwicklung des Menschen in Urzeiten, im Nomadendasein und zu Beginn der ansässigen Kulturen auf der Erde verwenden. Um den Hintergrund der heutigen Gegebenheiten auf der Erde zu verstehen, lesen Sie bitte Folgendes:

Im Mittelalter war in Europa und im Rest der Welt der Feudalismus verbreitet - feudale Strukturen, bestehende Hierarchien und klar abgegrenzte Standesordnungen der sozialen Schichten. Die verschiedenen Stände waren Knechte, Bauern und Bürger, Grundherren, Adlige, Fürsten, Könige oder Kaiser etc. Der Knecht war dem Bauer unterstellt, er war sein "Herr" usw. Der letzte "Herr" war der König oder Kaiser.  Dieser war angeblich Gott unterstellt und damit sein Diener.

Nicht nur seit dem Mittelalter in Europa, sondern seit der Entstehung der Menschheit waren in der ganzen Welt ähnliche oder den Gegebenheiten angepasste soziale Schichten vorhanden. Gewalt, Ungerechtigkeiten und Kriege waren im menschlichen Zusammenleben auf der Tagesordnung. Durch die Anwendung der oben beschriebenen, überwiegend negativen Eigenschaften wurde in der ganzen Welt von einigen Menschen in kleinen sowie großen Gruppen Macht gegen anderen Menschen ausgeübt.

Es fanden immer wieder Konflikte bzw. Kriege aufgrund wirtschaftlicher Ansprüche, religiöser Auseinandersetzungen, Gebietsansprüche usw statt. Die Anwendung negativer Verhaltensweisen wie Gewalt oder Ungerechtigkeit haben uns vernichtende Ergebnisse gebracht.
 

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1.2 Die materielle und immaterielle menschliche Entwicklung in verschiedenen Ländern und auf diversen Kontinenten ab dem 15. Jh. bis Mitte des 20. Jh.

1.2 Die materielle und immaterielle menschliche Entwicklung in verschiedenen Ländern und auf diversen Kontinenten ab dem 15. Jh. bis Mitte des 20. Jh.


Ein Individuum, das Lust auf Essen hat, wird mit Lust essen. Erhöht dieser Mensch die Quantität dieser Essenslust, kann er im Allgemeinen zu dick werden und wahrscheinlich langfristig Gesundheitsprobleme bekommen.

Dieser Mensch kombiniert diese negative Eigenschaft zusätzlich mit der Eigenschaft der ungerechte Handlungen gegenüber anderen Familienmitgliedern. Er verwendet erhebliche Summen aus dem Familieneinkommen für den eigenen Lebensunterhalt. Falls die anderen Familienmitglieder sich darüber beschweren, entwickelt diese Person Machtinstrumente, um andere zum Schweigen zu bringen.

Seit der Entstehung der Menschheit haben solche Menschen in der ganzen Welt mit Gewalt, Ungerechtigkeiten, Ausbeutung und Kriegen etc. das Zusammenleben von Menschen bestimmt. Da wir in Europa leben, lassen Sie uns den Kreis solcher Individuen in einigen europäischen Ländern mit solchem Verhalten vergrößern und der Frage nachgehen, was geschehen ist.

Seit dem 15. Jh. hatten hauptsächlich Händler und Geschäftsleute aus Portugal, Spanien, Frankreich, Großbritannien, (später auch aus den Niederlanden und Deutschland) angefangen, auf dem Seeweg andere Kontinente zu bereisen. Diese Händler und Geschäftsleute sowie später die Verantwortlichen aus den jeweiligen Regierungen haben damals die oben genannten Verhaltensweisen angewandt. Außerdem haben die damaligen Machthaber Systeme wie Imperialismus, Kolonialismus, Sklaverei, Ausbeutung usw. eingerichtet. Was ist dabei entstanden?

Amerika

Damals gab es kein Nord- und Südamerika. Um das Jahr 1500 lag die Bevölkerungszahl im heutigen Nordamerika bei ca. 10 Millionen, im heutigen Südamerika bei ca. 15 Millionen Menschen. Diese Urvölker waren höchstwahrscheinlich asiatischen Ursprungs und hatten schon Ackerbau und Viehzucht betrieben. Später wurden sie von den Spaniern Indianer genannt. Neben den Nomaden gab es entwickelte Kulturen. Nach Erkundungsbesuchen wurde ab Ende des 15. Jh. hauptsächlich durch die machthabenden Portugiesen, Franzosen, Spanier und Engländer die Vernichtung dieser Menschen eingeleitet.

80 % bis 90 % dieser Menschen wurden durch Gewalt, Verrat, Ausbeutung, durch die bewusste Verbreitung von Krankheiten wie Malaria, Typhus, Diphtherie usw., durch eine deutlich überlegenere Waffentechnik, durch die bewusste Erzeugung von Konflikten zwischen den Einheimischen, durch Waffenlieferungen an die Einheimischen, um sich gegenseitig  bekriegen zu können usw., vernichtet.

Australien

Bevor die Europäer auf dem Kontinent kamen, lebten in Australien 0,5 bis 1 Million Ureinwohner - die Aborigines. Seit dem 18. Jh. führten dort die englischen Machthaber den Kolonialismus ein. Diese Ureinwohner wurden mit den gleichen Methoden wie in Amerika dezimiert.

China und Indien

Nach Landung Vasco da Gamas 1498 an der Malabarküste Indiens etablierten verschiedene europäische Länder Unternehmen in Indien, um Handel zu betreiben.

Anfang des 17. Jh. wurden die Händler und Geschäftsleute aus Großbritannien aktiv. Sie gründeten die "East India Company". Durch den Einsatz der oben beschriebenen negativen Aktivitäten und nach  Kriegen mit Franzosen und Einheimischen war es Großbritannien gelungen, sich ab dem Jahr 1757 als Kolonialmacht in Indien zu etablieren und ab 1857 jegliche Kontrolle über Indien auszuüben.

Die Chinesen hatten im 17. Jh. den Ausländern für die Durchführung des Handels bewusst Restriktionen gesetzt. Dies änderte sich mit der Kolonialisierung Indiens. Durch den Dreieckshandel zwischen Großbritannien, China und Indien wurde aus Indien Opium nach China exportiert mit dem Ziel, die Handelsbilanz zu stabilisieren und, so wird es in einigen Quellen behauptet, um die Chinesen vom Rauschgift abhängig zu machen. Maßnahmen der chinesischen Regierung gegen die eigene Bevölkerung und Verhandlungen mit Großbritannien verschlimmerten die Situation des Opiumkonsums.

Zwischen 1821-1837 vervielfachte sich das konsumierte Opium. Schließlich wurde von 1839 bis 1842 der 1. Opiumkrieg zwischen China und Großbritannien geführt. Die Chinesen verloren den Krieg. Das Ergebnis war die Öffnung mehrerer chinesischer Handelshäfen, die Duldung des uneingeschränkten Opiumhandels sowie die �oebergabe Hongkongs an Großbritannien. Der Verfall Chinas war damit in die Wege geleitet. 

Afrika

Im 14. Jh. waren Händler und Geschäftsleute aus Portugal damit erfolgreich, das Goldhandelsmonopol der Araber in Westafrika zu brechen. Die Händler und Geschäftsleute brachten Elfenbein, Gold und afrikanische Sklaven heim.

Nach der Entdeckung Amerikas hatten die damaligen Handelskompanien aus Portugal, Holland, Frankreich und Großbritannien den sogenannten Dreieckshandel zwischen Europa, Amerika und Afrika zustande gebracht. Die enormen Gewinne brachten den Mutterländern ungeheuren Reichtum. Gegen Waffen und Schnaps aus Europa wurden in Afrika sehr billige Sklaven gekauft. Diese wiederum konnten auf den karibischen Inseln und in andere Teile Amerikas an neue, aus Europa eingewanderte Plantagenbesitzer gegen Gold und Silber verkauft werden. Auf diesen Plantagen wurden tropische Agrarprodukte wie Baumwolle, Kaffee, Tabak, Zucker etc. erzeugt.

Die Erzeugung vor allem von Zucker war extrem arbeitsintensiv. Dadurch war die Nachfrage nach afrikanischen "Negersklaven" sehr hoch. Später wurden die Sklaven gegen erzeugte Produkte ausgetauscht, um z.B. die Baumwolle als billigen Rohstoff für die Textilindustrie nach England zu liefern.

Als der Bedarf wuchs, wurde die "Sklavenjagd" auch im Inneren des Kontinents durchgeführt. Man brachte die Menschen dann zu Schiffen an die Küste. Um zu verhindern, dass unterwegs jemand verloren ging, befestigten die Händler den rechten Arm des Sklaven mit einer eisernen Krampe an einen schweren Holzklotz, den der Sklave schleppen musste. Vor der Verschiffung wurde an der Brust jedes Sklaven ein Zeichen der Handelsgesellschaft mit glühenden Eisenstangen eingebrannt. In den Schiffen wurden diese Menschen mit Ketten gefesselt und in engste Räume wie Tiere gepfercht.

Bis Ende des 19. Jh. war praktisch ganz Afrika unter europäischer Herrschaft. Afrika verlor zwischen dem 15. und 19. Jh. schätzungsweise 50 Millionen Menschen (ermordet, gefallen in Gefechten, Selbstmord, Transport nach Amerika usw.). Nach dem zweiten Weltkrieg begann die Dekolonisation Afrikas.

Europa

Wie Sie oben gelesen haben, ist die europäische Geschichte voll von Kolonialisierung, Kriegen und Ausbeutung von anderen Völkern auf der Erde sowie Kriegen innerhalb Europas. Andererseits wissen wir, dass sich nach dem Zweiten Weltkrieg die Situation des Zusammenlebens in Europa positiv entwickelt hat.

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1.3 Neokolonialismus von Ende des 2. Weltkrieges bis 2008

1.3 Neokolonialismus von Ende des 2. Weltkrieges bis 2008

In Zeiten des Kolonialismus haben die europäischen Länder die Ausbeutung der heutigen Entwicklungs- und Schwellenländer durch direkte Beherrschung (Besetzung des Landes) erreicht. Nach Beendigung des Kolonialismus ca. Mitte des 20. Jh. wurde diese direkte Beherrschung durch Neokolonialismus - eine indirekte Beherrschung - ersetzt. Die Mechanismen des Neokolonialismus sind wie beim Kolonialismus die Erzeugung von militärischen, politischen, kulturellen, technologischen, finanziellen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten.

Die verantwortlichen Machthaber in der Politik und in den Wirtschaftsunternehmen in den USA und in Europa sind bis heute bestrebt, mit Hilfe der Instrumente des vorherrschenden Weltwirtschaftssystems, eine Kontrolle über die Rohstoffe, der Finanzen und der Wirtschaft der Entwicklungs- und Schwellenländer auszuüben und damit eine indirekte Ausbeutung dieser Länder sicherzustellen.

Fair Trade, Entwicklungshilfe etc., sind von der Wirtschaft und der Politik der entwickelten Länder aufgebaute " Fassaden ". Zwischen dem als " Fair Handel " gehandelten Waren und dem normalen Handel mit Entwicklungsländer und Schwellenländer gibt es kaum ein unterschied. Die gesamten "Fair Trade " Aktivitäten sowie Entwicklungshilfe etc., kompensieren den Entwicklungsländer und Schwellenländer einen Bruchteil der oben erwähnten Ausbeutung.

Wir normale Menschen können zuschauen, was noch passiert und weitere Erzeugung von Elend und Armut auf der Erde bringt. Aber meiner Meinung nach werden unsere kommenden Generationen die Frage stellen, warum wir in der heutigen entwickelten Welt nicht gewaltlos dagegen protestiert haben.

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1.4 Die materielle und immaterielle menschliche Entwicklung in verschiedenen Ländern/auf diversen Kontinenten heute

1.4 Die materielle und immaterielle menschliche Entwicklung in verschiedenen Ländern/auf diversen Kontinenten heute


Indianer und Afroamerikaner in Nordamerika und Aborigines in Australien  

Heute sind die Einwohner in den USA zu ca. 72% europäischer Herkunft, ca. 13 % sind ehemalige Sklaven aus Afrika - die Afroamerikaner, 9 % sind lateinamerikanischer Herkunft, 3% sind asiatischer Herkunft und ca. 3%  stammen von den gebliebenen Ureinwohnern, den Indianern, ab.

Heute sind ca. 75 % der Australier Nachkommen der eingewanderten Engländer und Iren, 24% kommen aus dem restlichen Europa und Asien  und nur ca. 1 % sind Ureinwohner.

Die Indianer in den USA und Kanada sowie die Aborigines in Australien leben hauptsächlich in damals geschaffenen Reservaten, weit weg von der Zivilisation, nur wenige sind in die näher gelegenen Städte umgezogen. Diese Menschen sind eher eine Randgruppe mit wenig oder keiner Anerkennung. Die meisten leben zurückgezogen mit häufig auftretenden Armutsmerkmalen - Arbeitslosigkeit, Gewalt, Alkohol- und Drogenmissbrauch, geringerer Lebenserwartung durch Krankheiten und schlechte medizinische Versorgung.

Obwohl laut Gesetz die Afroamerikaner in den USA und Kanada gleichberechtigt sind, leben sie immer noch überwiegend als Menschen zweiter Klasse in abgesonderten armen Stadtvierteln und zeigen überwiegend die oben beschriebenen Armuts- und Entwicklungsrückstandsmerkmale.

Mittelamerika/Südamerika

Brasilien gilt haute als ein Schwellenland. In bestimmten Veröffentlichungen werden auch Mexiko und Argentinien zu Schwellenländern gezählt. Alle restlichen Länder sind Entwicklungsländer. Warum ist das so?

Die Aufstände im 19. und 20. Jh. in den damaligen Kolonien brachten keinen Erfolg. Die Bildung selbstständiger Staaten nach Ende des Zweiten Weltkrieges erfolgte nach den Herrschaftsstrukturen in Spanien und Portugal. In einigen Ländern herrscht heute Korruption, Drogenhandel, Finanzkrisen usw.

China und Indien

China und Indien haben nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges von der veränderten Weltpolitik und der wirtschaftlichen Lage in Europa und den USA profitiert. Beide Länder sind verschiedene Wege gegangen. Nach Ende des Bürgerkrieges im Jahr 1949 musste China unter den gegebenen Umständen kommunistisch werden. Indien hat 1947 durch demokratische Prinzipien und Gewaltlosigkeit seine Freiheit von den Engländern erlangt.

Beide Länder haben heute noch Ihre großen Probleme der Armut und Rückständigkeit zu lösen, Indien viel mehr als China. Wie es den beiden Ländern gelingt, die heutigen Formen der Globalisierung bzw. des Weltwirtschaftssystems zu überstehen, wird die Zeit zeigen.

Aber wird es beiden Ländern gelingen, durch neue Wege der Entwicklung sowohl die heutige Armut und den Entwicklungsrückstand zu beheben als auch ihren Beitrag dazu zu leisten, die Menschheit aus dem Teufelskreis der Gewalt und der unausgewogenen Entwicklung zu befreien?

Afrika

Es bedarf keiner großen Erklärungen und Details des heutigen Entwicklungszustands der meisten Menschen auf diesem Kontinent. Das Fernsehen zeigt uns häufig genug Bilder von Kriegen, Gewalt, Armut, Krankheiten, Korruption und dem schlechten Zustand der Kinder. Warum ist die Situation dort so prekär? Wenn Sie die tieferen Hintergründe erfahren möchten, bitte ich Sie,  den Link "Weltwirtschaftssystem" zu lesen.

Europa/Nordamerika/Australien

Die Menschen in Europa, USA und Kanada sowie Australien haben in den letzten 500 Jahren eine sehr positive materielle Entwicklung durchlebt. Aufgrund der Fortschritte in den Bereichen Landwirtschaft, Technik, Informationstechnologie, Medizin usw. ist es gelungen, ein  menschenwürdiges und längeres Leben zu ermöglichen. Dieses ist eine großartige materielle Entwicklung für uns.

Die Beseitigung feudaler Herrschaftsstrukturen und die Schaffung von Demokratien in Europa sind bahnbrechende Entwicklungen für die ganze Welt gewesen.     

Wir, die Bevölkerung im Westen, haben für die weitere Entwicklung zwei Möglichkeiten: 1. Nicht mehr "passiver Mitläufer" zu sein, sondern "aktiver Mitgestalter" zu werden. 2. Weiterhin als "passiver Mitläufer" den in den folgenden Seiten dargestellten und zur negativen menschlichen Entwicklung  führenden Weg mitzugehen.

Afghanistan-Krieg

Der Krieg gegen Afghanistan im Jahr 2001 ist nicht der erste, sondern der fünfte Krieg zwischen der westlichen Welt und Afghanistan. Seit dem 19. Jh. befindet sich Afghanistan im weltpolitischen Spannungsfeld. 

1838-1842 sowie 1878-1881 drangen die Briten mit ihrer damals in Indien stationierten Armee in Afghanistan ein. Das Ergebnis war der Friedensvertrag, wonach die afghanische Außenpolitik Großbritannien übertragen wurde. Erst nach dem dritten Krieg zwischen England und Afghanistan im Jahr 1919 erlangte Afghanistan wieder seine volle Unabhängigkeit.

Das vierte Mal geriet Afghanistan in das Spannungsfeld zwischen Russland und den Westmächten USA und England, als dort eine kommunistische Regierung Anfang 1978 an die Macht kam. Von Anfang 1978 bis Ende 1979  herrschte in Afghanistan Bürgerkrieg. 1979-1989 waren sowjetischen Truppen in Afghanistan. Nach Abzug der sowjetischen Truppen herrschte in Afghanistan erneut Bürgerkrieg. 

Während des Bürgerkriegs bildeten sich die radikalen aus Pakistan operierenden Taliban, brachten ca. 75% des Landes unter ihre Kontrolle und etablierten dort 1997 eine islamische Diktatur. Finanziell und materiell wurden die Taliban von Pakistan unterstützt. Ob und wie weit diese Mittel aus den USA und Großbritannien kamen, wird irgendwann die Geschichte ans Tageslicht bringen.

Und dann kam der fünfte Afghanistan-Krieg im Jahr 2001. Nach Ermittlungen wurde festgestellt, dass der terroristische Anschlag am 11. September 2001 gegen das World Trade Center in New York von der Terroristengruppe "Al Qaida" -von den Taliban geduldet und unterstütz- geplant und ausgeführt wurde. Als Reaktion schlugen die USA und ihre Verbündeten am 07. Oktober 2001 in Afghanistan zu. 

Irak-Krieg

Der 2003 von den alliierten Truppen (USA, Großbritannien, Polen usw.) durchgeführte Krieg gegen den Irak war nicht der erste Einmarsch in dieses Gebiet, sondern praktisch eine Wiederholung der vor etwa 90 Jahren auf diesem Gebiet stattgefundenen Auseinandersetzungen.

Das Gebiet des heutigen Irak und die Türkei gehörten vor 90 Jahren zu dem von 1299 bis 1920 existierenden  Osmanischen Reich. Dieses hatte langandauernde Auseinandersetzungen mit Russland und den west-europäischen Ländern. Lassen Sie uns hier auf die Auseinandersetzungen vom Ersten Weltkrieg bis zum Krieg im Jahre 2003 beschränken.

1917-1920     
1917 führten britische Truppen eine Invasion durch und besetzten Bagdad. 1920 wurden Mosul und Basra auch besetzt, man benannte dieses Gebiet den "Irak". Der damalige Völkerbund gab Großbritannien die Vollmacht über dieses Gebiet.

1921    
Installation einer Monarchie im Irak mit König Faisal durch Großbritannien.

1929   
Gründung der "Irak Petroleum Company (IPC)" durch westliche Ölkonzerne. Die Besitzer waren: 

BP + Total + Shell ca. 70 %
ESSO + Mobil ca. 25 %
Öl-Händler Gulbenkian 5 %
(ein englischer Agent)

1932   
Abschaffung der Vollmacht  Großbritanniens über den Irak

1941   
Erfolgloser Aufstand der irakischen Bevölkerung gegen die starke Rolle Großbritanniens.

1958   
Armeeputsch. Ermordung König Faisals II. Ausrufung der Republik Irak.

1964-1968   
Mehrere Putschversuche führten zur Entstehung der bürgerlich / nationalistischen und nicht demokratischen Baath-Partei, Machtübernahme durch diese Partei.

1972   
Ölförderung durch die staatliche "Irak National Oil Company (INOC)" mit Geldern, die von Russland geliehen wurden.

1979           
Saddam Hussein wurde Präsident des Irak.

1980-1988       
Krieg zwischen dem Irak und dem Iran.

1990           
Invasion Kuwaits durch den Irak.

1991   
Beendigung des Krieges zwischen dem Irak und Kuwait durch die Armeen der USA und der Alliierten.

2003 
Im Jahr 2003 marschierten US- und britische Streitkräfte im Irak ein und deklarierten dieses Vorgehen als Präventivkrieg. Laut UN-Charta muss ein militärischer Angriff eines Staates für die Selbstverteidigung aber vom UN-Sicherheitsrat legitimiert werden. Hier war das nicht der Fall. Dementsprechend wird von den Kritikern und Rechtswissenschaftlern dieser Einmarsch als Angriffskrieg bewertet.

Die Streitkräfte der "Koalition der Willigen" hatten ein erheblich stärkeres Militär, hoch entwickelte Waffen usw. Es war ein kleines Problem, den Irak einzunehmen.

Was haben uns die Kriege in Afghanistan und im Irak bis jetzt gebracht?

  • Mehr als 1 Million Zivilisten wurden getötet
  • Tausende von Soldaten mussten ihr Leben opfern
  • Die Kosten alleine für die USA nur für den Irak-Krieg belaufen sich in Billionen US Dollar.

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1.5 Neokolonialismus nach der Finanzkrise in 2008

1.5 Neokolonialismus nach der Finanzkrise in 2008

Nach der Finanzkrise in den westlichen Ländern in 2008 hat sich die Geschwindigkeit und die Intensität des Neokolonialismus erhöht und sich mit anderen Vorgehensweisen ergänzt. Nach meiner Meinung wählen die verantwortlichen Machthaber folgende Vorgehensweise: Negative Propaganda über die Schwächen des ins Visier genommenen Landes verbreiten, dort in den einheimischen Gruppen bewusst Konflikte erzeugen oder bereits vorhandenen Konflikte für eigenen Zwecke ausnützen, über eigene Kontakte in dem Land den Aufständischen Geld und Hilfe zukommen lassen, Waffen liefern usw. Falls das alles nicht hilft, dann mit eigenem Militär in diesem Land einmarschieren. Kriege und Unruhen seit 2009 in Ländern von Nordafrika wie Tunesien, Algerien, Libyen, Ägypten etc., jetzt der Einmarsch der französischen Truppen in Mali und Zentralafrikanische Republik ohne einen Beschluss des UNO Sicherheitsrats und Einmarsch von Französische Truppen in Syrien belegen diese These. 

Nach meiner Auffassung könnte dahinter auch das "DESERTEC Projekt" stecken. Hierbei handelt es sich um ein europäisches Projekt das die Erzeugung von Ökostrom mit erneuerbaren Energien wie Wind und Sonnenenergie etc. in Europa und Nordafrika bis hinter Indien sicherstellen soll. Wie es bisher aussieht, wird dieses Projekt nicht durch die Sicherstellung von wirtschaftlichen Vorteilen aller beteiligten Länder, sondern durch Ausbeutung von bestimmten Völkern zu Stande gebracht. Es sind Parallelen zu erkennen zu dem Vorgehen der britischen Truppen in den Jahren 1917-1920, die wegen Öl eine Invasion im heutigen Gebiet des Iraks durchgeführt haben.

Was sind die tieferen Gründe für die bis heute durchgeführten vernichtenden Handlungen seit den letzten 500 Jahren? Für diese Informationen lesen Sie bitte die Links "Weltwirtschaftssystem"; "Eigenschaften - Entstehung von Werten"; "Globale Menschliche Werte Entwicklung"

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